Archiv | Juni, 2011

Die Fotos vom Impromarathon

7 Jun

Alle Fotos in Druckqualität als Download

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Kritik der Leipziger Volkszeitung

5 Jun

Nonstop-Spielrausch bis zur Euphorie

Grandioser, bejubelter Theater-Marathon: Beteiligte aus zehn Impro-Gruppen spielen 30 Stunden lang aus dem Bauch

In den Songpausen der Show-Acts dürfte der Ruf auch bis vor die große Bühne am Nikolaikirchhof gedrungen sein. "5, 4, 3, 2, 1 – los geht’s!" schallte es zig Mal aus dem 50 Meter entfernten leerstehenden Laden: das Kommando für neue Spielszenen beim 1. Leipziger Intro-Marathon, eingebettet ins Stadtfest und doch 30 Stunden lang eine eigene Welt, eine rauschhafte, aus der manche nicht wieder auftauchen wollten.

Von 18 Uhr am Freitag bis zur Samstag-Mitternacht wechselten sich pausenlos über 30 Schauspieler und fünf Musiker aus zehn Impro-Theatergruppen (davon acht Leipziger) auf den Brettern ab; oft vor vollbesetzten Stühlen – nachts auch mal lediglich vor den Kollegen. Eine prächtige Werbung für die sportive Kunst, Szenen, Songs, Figuren und dramatische Entwicklung aus dem Nichts zu zaubern, sich Handlungsstränge oder Grundsituationen vom Publikum geben zu lassen.

Armin Zarbock, mit Susanne Bolf Organisator des von der Theaterturbine geführten Spektakels, stellt am Freitag Punkt 18 Uhr die Weichen, erklärt die Bedingungen, gibt Überblicke – dann legen Künstler los, die sich teilweise nie zuvor gesehen haben. René von der Gruppe Kaltstart aus Halle wird erst um 7 Uhr früh ein Nickerchen machen und so die meistgespielten Stunden, nämlich 13, verbuchen. Zwischen Drama um zwei Schwestern, Saloon-Eröffnung und Chanson dreht sich der Auftakt. Für das Erzählen einer Geschichte zieht Moderator Zarbock die Daumenschrauben an: Eine wachsende Zahl von Wörtern darf nicht benutzt werden.

Nach fünf Stunden, um 23.10 Uhr, greift Turbinen-Mitglied Heike Ronniger gerade die Lenkerstange am Fahrrad zur Abfahrt – doch beim Anblick von zehn Kollegen, die gerade vom Publikum zu einem turbulenten "Waschsalon"-Song gepeitscht werden, entscheidet sie sich um: "Da muss ich noch mitmachen!" Vor dem Laden hat sich eine Schlange gebildet, drinnen ist alles besetzt. RTL-erprobte Mädels juchzen vor dem Schaufenster: "Ich werd‘ verrückt, der spielt doch bei GZSZ!" Das tut Björn Harras tatsächlich, ist aber auch Mitglied der Berliner Gorillas und deshalb extra für den Marathon angereist.

Es fehlt nur wenig, den Wecker am Samstag um 7 Uhr müllreif zu schlagen, aber die Neugier, wieviel Zuschauer die Marathonis zum Frühstück haben, siegt. Antwort: seit etwa 6 Uhr keinen, aber nun tauchen die ersten Verrückten auf. Eine Spielerin von 4 Volt hat Augenringe in Unterteller-Größe, René aus Halle schläft. Kreativität um 8? Ja, das geht, zum Beispiel durch Erfinden von Nachrichtenmeldungen anhand der Zeitungs-Schlagzeilen – mit zusätzlicher surrealer Komponente, als sich draußen eine stadtreinigende Kehrmaschine laut vorbei bürstet.

Auch Samstag um 13 Uhr sitzen mehrere Wiederholungstäter im Publikum, die Begeisterung ist groß. "Klasse", "spitze", "fantastisch", solche Urteile fallen regelmäßig. Trotz Saunahitze ist es auch am Nachmittag knackevoll beim Duell zwischen ImbH und Action & Drama. Zum Finale gegen Mitternacht hagelt es Jubel und Applaus: Susanne Bolf von der Theaterturbine wird als beste Spielerin ausgezeichnet, die Gruppe Action & Drama gewinnt die Teamwertung. Ein Chanson von allen Beteiligten kurz nach Mitternacht setzt den euphorischen Schlusspunkt.

Fazit: Der Impro-Marathon hat fasziniert, hat trotz 30 Stunden wenige Durchhänger in der Spannung dank enormer Kreativität gehabt – und gehört unbedingt wiederholt. Armin Zarbock, der die Zahl der keinen Eintritt zahlenden Zuschauer auf 1500 schätzt, hält das für denkbar, wenn der künstlerische und finanzielle Kraftakt ausgewertet sowie Spielraum in beiderlei Hinsicht ausgelotet ist. "Obwohl ich sehr oft spiele: Solch eine Atmosphäre habe ich selten erlebt."
Mark Daniel

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 Armin Zarbock (r.) stellt die Akteure am frühen Freitagabend vor: Katrin Büchner, Heike Ronniger, Susanne Bolf, Claudius Bruns (v.l.).

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Die letzten Stunden: Rappelvoll trotz Bullenhitze ist es am späten Samstagabend.

Fotos: Wolfgang Zeyen

Datum: 06.06.2011

Marathon gelaufen

5 Jun

Kurz nach Mitternacht endete mit einem grandiosen Charity-Song aller Beteiligten der 1. LEIPZIGER IMPROMARATHON in Leipzigs Zentrum.

Es wurde gelitten, geliebt, gelobt und geleiert – und vor allem im überhitzten Raum geschwitzt.

Am Ende gab es viele Gewinner: Susanne von der THEATERTURBINE als beste Spielerin, Action&Drama als Gewinner des Battle, René von Kaltstart als Improvisateur mit den meisten gespielten Stunden.

Geschätzte 1500 Zuschauer verfolgten die dreißig Stunden je nach Uhrzeit in ungleichmäßiger Höhe, sodass zwischen 06:00 und 07:00 Uhr auch 45 Minuten gänzlich ohne Publikum stattfanden.

Björn von den Gorillas aus Berlin sorgte als Überraschungsgast dafür, die Zahl der Teilnehmenden Gruppen auf zehn zu erhöhen.

Vor aller Statistik aber Stand der Spaß am Improvisieren mit den Zuschauern und das Gefühl, bei etwas Besonderem dabei gewesen zu sein.

Susanne gewinnt überschwänglich den Dreistunden-Maestro!

4 Jun

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Now Open Stage, noch fünf Stunden

4 Jun
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Zehn Uhr, Märchenblock. Noch zwölf von dreißig Stunden zu spielen.

4 Jun
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Und auf der Bühne beim Musical…

4 Jun
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